Bräuche und Sagenwelt

Aus Donaubergland Wandern

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Fasnachtsbrauchtum im Donaubergland


Narri - Narro! - Fasnet im Donaubergland

Wer die Fasnacht oder besser: "Fasnet" im Donaubergland noch nicht erlebt hat, ist selber schuld.

Hier findet sich das ganze Spektrum der lebendigen schwäbisch-alemannischen Fasnachtstradition – traditionelle Fasnachtshochburgen und modernes aktuelles Fasnachtsbrauchtum.

Schon vom "Dreikönigstag" ab, aber vor allem ab dem "Schmotzige Dunschdig" bis zum "Fasnets-Dienschdig" oder "Dscheischdig" ist im Donaubergland fast in allen Orten der "Bär" los! Tauchen Sie mal ein und lassen Sie sich anstecken von der Lebensfreude, dem närrischen Treiben, der Lust am Verkleiden und dem eigenen Humor der Narren!

Was für eine Vielfalt!

Im Donaubergland finden sich mehrere Orte, die mit vollster Berechtigung die Auszeichnung "Fasnetshochburg" tragen dürfen.

Donauabwärts folgen einander Geisingen, Immendingen, Möhringen, Mühlheim und Fridingen. Wehingen auf dem Heuberg vervollständigt die Reihe. Die Orte verfügen über weit zurückliegende schriftliche Belege für ein Fastnachtsbrauchtum in ihren Mauern und lange närrische Brauchtumstraditionen. Doch auch in nahezu allen anderen Orten des Donauberglandes hat sich in vor allem in den Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg ein äußerst lebendiges Fasnachtsbrauchtum entwickelt.

Die "fünfte Jahreszeit" ist eine ganz besondere Zeit in der Region. Straßenfasnacht, Narrensprünge, Nachtumzüge mit ungehemmten Treiben in urigen Besenwirtschaften, Hemdglonkerumzüge, Narrenbaumsetzen, Schmotziger Dunstig, Kappenabende und Zunftbälle bis zum Pflugumzug und Aufsagen – alles findet sich in den närrischen Tagen im Donaubergland.


Vor allem das müssen Sie unbedingt mal erlebt haben: Außergewöhnliche und immer lohnenswerte Ereignisse mit langer Tradition finden sich am "Schmotzigen Dunstig" mit der "Schemengerichtssitzung" im Rathaus, dem "Alt-Schachtle-Laufen" und närrischen Treiben in Möhringen, dem "Pflugumzug" in Fridingen/Donau oder dem traditionellen Rügespiel "Sagt Er" am "Fasnetmäntigmorgen" in Mühlheim/Donau. Aber auch in (fast) allen anderen Orten im Donaubergland gibt es ein vielfältiges närrisches Treiben.


Links

Wer mehr über die Fasnachtstraditionen, die Narrenvereinigungen und die aktuelle Veranstaltungen und Trends der "Fasnet" im Südwesten wissen möchte, findet ausreichende Infos und gute Links auch auf den Internetseiten:

http://www.narren-spiegel.de

http://www.swr.de/fastnacht

http://www.schwaeb-aleman-fasnacht.de


Österliches Brauchtum

Rund um das Osterfest haben sich überall vielfältige Bräuche entwickelt und erhalten. Vieles davon hat eine lange Tradition, manches gibt es nur in einzelnen Orten. Besondere Anziehungspunkte im Donaubergland bilden an Ostern heutzutage:


Das Eierschupfen in Egesheim

Jedes Jahr am Ostermontag gibt es in der kleinen Gemeinde Egesheim auf dem Heuberg den besonderen Brauch des Eierschupfens. Und Bürgermeister Bär ist schon mehr als 20 Jahre mit dabei als Eierfänger...


In Egesheim auf dem Heuberg wird der Bürgermeister an Ostern mit Eiern "beworfen". Das „Eierschupfen“ am Ostermontag ist jedes Jahr ein großes Fest. Ab 10 Uhr geht es los. Das müssen Sie erelebt haben! Mehrere hundert Besucher feuern die Wettkämpfer, den Läufer, den Eierwerfer und den Eierfänger bei diesem Osterspiel an.

Die Burschen des Dorfes, die jetzt 20 Jahre alt geworden sind, sammeln am Ostersonntag in den Häusern rohe Eier. Bevor der Spaß am Ostermontag nach dem Gottesdienst beginnt, werden auf einer Sägmehllinie 50 Eier im Abstand von jeweils einer Elle ausgelegt. Auf den Startschuss hin müssen nun ein Eierwerfer und ein Eierfänger zusammenarbeiten, indem der Werfer die rohen Eier in eine mit Spreu ausgefüllte Wanne wirft, die der Eierfänger so geschickt hält, dass die Eier unbeschädigt bleiben.

Mit dem Startschuss ist aber auch ein Läufer gestartet, der zu einem 3 km entfernten Punkt laufen muss. Nun geht es darum, wer seine Aufgabe zuerst erfüllt hat: Sind die Eier aufgesammelt, wenn der Läufer wieder eintrifft oder ist der Läufer eher wieder da. In den letzten Jahren, in denen Bürgermeister Bär bei den Eierschupfern war, siegten diese.

Selbstverständlich ist bei diesem Fest auch die Musikkapelle dabei, die zum Frühschoppen aufspielt. Nach dem Wettkampf kommt dann das große „Eieressen“, bei dem die jungen Burschen die gesammelten und heil gebliebenen Eier verzehren.

Der Brauch, der in Egesheim schon im Jahr 1832 ausgetragen wurde, gehört zu den vielen Osterbräuche, die einst ausgeübt wurden und heute leider meist ausgestorben sind. Dazu gehörten das „Eierrollen“ um die Wette, das „Anschlagen“ (Picken, Dotzen) Spitze gegen Spitze. Derjenige bekam das Ei des anderen, dessen Ei bei diesem Spiel ganz geblieben war. Zu den immer noch geübten Osterbräuchen gehört das Eierfärben und das Schmücken der Eier mit kunstvollen Motiven.



Brisilleneier-Färben in Trossingen

In der Musikstadt Trossingen auf der Baar werden bis heute noch alljährlich vor Ostern "Brisilleneier" hergestellt, ein ganz besonderer Brauch des Eierfärbens...


In der Musikstadt Trossingen hat sich ein besonderer Brauch des Eierfärbens erhalten. Alljährlich praktizieren ihn die Mitglieder der Trachtengruppe Trossingen: das Färben von sogenannten "Brisilleneiern", eine ganz außergewöhnliche Form von Ostereiern.

Die traditionelle Tracht der Frauen auf der evangelischen Baar, die in Trossingen heute teilweise noch getragen wird, schreibt einen tiefblauen, ja fast schwarzen Rock, die sogenannte "Hippe" vor. Früher wurden die Stoffe dafür mit Blauholz gefärbt. Dieses stammte bekanntlich aus Südamerika, im Volksmund auch "Brasilholz" genannt.

Wenn in der vorösterlichen Zeit vom Trachtenfärben noch ein blauer Sud übrig blieb, konnte man darin die Eier für Ostern färben. Umwickelt mit allerlei Gräsern oder Pflanzenschalen ergibt sich dann beim Kochen eine ganz besondere Blau- bis Violettfärbung des Eies mit allerlei Maserungen und Verzierungen in Gelb, Grün oder Brauntönen. So entstehen wunderschön gefärbte Ostereier - jedes für sich ein Unikat und ein kleines Kunstwerk.

Alljährlich führen die Mitglieder der Trachtengruppe diesen Brauch in und um Trossingen herum vor, auch im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck.


Osterprogramm im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

Im Museumsdorf bei Tuttlingen gibt es alljährlich am Ostermontag ein großes Osterprogramm für die ganze Familie mit traditionellen Osterspielen und vielem anderen mehr...


Besonderes gibt immer am Ostermontag im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, das große Osterprogramm für Kinder. Gerade die Familien lockt das Museum mit einem interessanten und unterhaltsamen Mitmachangebot mit Bräuchen, Spielen und Vorführungen rund um den Osterhasen. Ab 12 Uhr geht es los!

Dass nicht nur die Kinder ihren Spaß und ihre besondere Freude am Programm haben können, sondern gerade viele Erwachsene nicht selten mit ein bisschen Wehmut an ihre eigene Kinder denken, zeigt sich nicht nur, wenn der Zuckerbäcker leckere bunte Zuckerhasen gießt wie früher. Mit der Museumsbäckerin können gleich daneben im Backhäusle Osterlämmer und -hasen in den lustigsten Formen gebacken werden.

Im Mittelpunkt des Programms stehen aber vor allem allerlei alte und neue Spiele und Bräuche von früher sowie Informationen zu den Osterbräuchen, die an mehreren Plätzen des alten Museumsdorfes präsentiert werden. Auch „echte“ kleine Osterhasen warten auf die Kinder. Ob beim Eier laufen, beim Eier kullern, Eier lesen oder Eierschupfen, da ist Osterfreude pur zu erwarten. Wer es dagegen lieber etwas ruhiger und gemächlicher hat, der kann unter Anleitung der Museumsmitarbeiterinnen allerlei Osterschmuck basteln oder Eier färben mit den verschiedensten Naturmaterialien.


Feierliche Osternacht in der Abteikirche Beuron

Die Osternacht, die Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag, gilt als die "Nacht der Nächte". In dieser Nacht vollzog sich das Wunder der Auferstehung Jesu Christi. In der Abteikirche des Klosters Beuron feiern die Mönche gemeinsam mit den Gläubigen in jeder Osternacht die Osternacht auf eindrucksvole Weise.

http://www.erzabtei-beuron.de/aktuelles/index.php

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